Kornwestheim im Wandel

Startschuss für den großen Wandel

Am 25.01.2022 konnte Kornwestheim endlich in das Bundesprojekt „Kommunen im Wandel“ starten. Mit einer großen Kick-Off Veranstaltung in hybrider Form wurde der Grundstein für das Projekt in Kornwestheim gelegt. Für die Veranstaltung wurden im Voraus engagierte Bürger und Bürgerinnen aus Kornwestheimer Vereinen und Organisationen eingeladen. Hinzu kamen Bürger und Bürgerinnen, die per Zufall ausgelost und benachrichtigt wurden. Nach Abfrage des Interesses, wurde Corona bedingt eine Hybridveranstaltung geplant, bei der ein Teil im Kulturzentrum „Das K“ sowie ein Teil im digitalen Format an der Veranstaltung teilgenommen hat. Insgesamt konnte eine erfreuliche Anzahl von mehr als 60 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus unterschiedlichsten Bereichen verzeichnet werden. Unterstützt wurde das Event durch die Lebenswerke GmbH aus Stuttgart, welche die technische Planung übernahm, sowie die Moderator der Veranstaltung durch den Geschäftsführer Herrn Martin Müller. Die Lebenswerke GmbH ist fester Partner im Projekt und wird der Stadt Kornwestheim auch in den kommenden Schritten des Projekts stets mit Ihrer Expertise und spannenden Beteiligungsformaten zur Seite stehen.

 

Zu  Beginn der Veranstaltung gab es eine kurze Begrüßung und Einführung durch Frau Oberbürgermeisterin Ursula Keck, sowie dem Leiter der Stabstelle Soziales und Teilhabe Kadir Koyutürk, welcher das Projekt in den kommenden drei Jahren leiten wird. Im Folgenden wurden Kleingruppen gebildet, die sich speziellen Themen gewidmeten. Die Themen der Tische waren beispielweise Umwelt und Soziales, aber auch ein freier Tisch für alle Unentschlossenen.

 

In spannenden und regen Diskussionsrunden konnten somit erste Problemfelder in der Stadt Kornwestheim ausgemacht werden an denen in Zukunft gearbeitet werden soll. Über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen können Sie sich im Folgenden informieren.

Die Arbeitsgruppe hat unterschiedliche Themen erarbeitet, die aus ihrer Sicht und persönlichen Erfahrung von großer Bedeutung für die Stadt sind. Aus Sicht einer gelungenen Integration für Bürger und Bürgerinnen mit Migrationshintergrund ist es wichtig Barrieren abzubauen. Dazu gehören die Sprachbarriere, der einfache Zugang zu Bildung sowie ein simples und unbürokratisches Ankommen in Kornwestheim.   Auch aus Sicht der Senioren und Seniorinnen sowie Menschen mit Behinderung gibt es in Kornwestheim Barrieren, die beseitigt werden müssen. Hier ist beispielweise die Barrierefreiheit des Bahnhofs und anderer öffentlichen Gebäude zu nennen.  Ein weiteres Thema ist der Zugang zur digitalen Welt, die für viele Senioren und Seniorinnen eine Hürde darstellt und Ihre Integration in das moderne Leben erschwert.   Um diese Probleme und Hürden abzubauen wurden erste Lösungsideen genannt. Eine gute Möglichkeit für Senioren und Seniorinnen sind Mehrgenerationenhäuser in denen Jung und Alt zusammenleben und voneinander profitieren kann. Außerdem wurde die Möglichkeit eines Workshop-Angebots genannt an dem auf unterschiedliche Probleme eingegangen werden kann, zb. Sprachkurse.
Der Demografische Wandel hängt auch mit dem Themenbereich Umwelt und Klima zusammen. Kornwestheim legt sehr viel Wert auf den Schutz der Natur und des Klimas. Aufgrund des Neckarbeckens hat die Stadt fruchtbare Böden, diese müssen zum Erhalt der Artenvielfalt bewahrt werden. Auch eine grüne Energieversorgung ist der Stadt ein Anliegen. Durch die zunehmende Zahl an Öfen und die hohe Anzahl von benzinbetriebenen Fahrzeugen auf den Straßen der Stadt erhöht sich auch der Feinstaubwert. Ein weiteres großes Thema der Stadt ist saubere Luft. Diese ist wichtig für den Menschen und trotzdem verschmutzt jeder einzelne die Außenluft. Aufgrund dieser und weiteren Faktoren muss es in Zukunft weitere Maßnahmen geben. Deshalb wurden Ideen gesammelt um diesen Wandel abzuschwächen beziehungsweise zu stoppen. Dazu gehören unteranderem die Grünflächen, welche bewahrt werden sollen und die Sauberkeit der Stadt, welche hergestellt und geschützt werden muss. Außerdem sollte die erneuerbare Energie weiter ausgebaut werden, so auch die Nutzung alternativer Verkehrsmittel. Eine Idee um die Luftqualität zu verbessern, ist die Stadt Böllerfrei zubekommen. An Silvester könnte hierzu eventuell eine Lasershow von der Stadt veranstaltet werden, die Bürger und Bürgerinnen zusammenbringt und die Umwelt schont.
Der Fokus der Arbeitsgruppe Gesellschaftliches Miteinander wurde ebenfalls auf das Zusammenleben von Jung und Alt gelegt, welches durch den demografischen Wandel immer bedeutender wird. Die Idee ist es, durch den gesellschaftlichen Dialog unterschiedliche Menschen zusammenzubringen. In einer neu geschaffenen Begegnungsstätte könnten Jung und Alt in unterschiedlichsten Bereichen voneinander profitieren. Ebenso denkbar wären digitale Lernorte und Informationsplattformen, die ein ergänzendes Angebot schaffen. Ein weiterer Vorschlag ist es in Kornwestheim nicht nur Angebote zur Begegnung zu schaffen, sondern auch konkrete Räume. Beispielhaft wurde dazu das Modell des Mehrgenerationenwohnens genannt, bei dem unterschiedlichste Generationen zusammenleben. Außerdem wünscht sich die AG, dass die Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume verbessert wird, sodass zufällige Begegnungen und Gespräche beim Erkunden und Verweilen in der Stadt entstehen können.
Auch bei dieser Arbeitsgruppe ist das Thema generationenübergreifendes Wohnen als Schwerpunkt aufgekommen. Ebenfalls legt die AG Wert auf bezahlbaren Wohnraum, da dieser im Stadtgebiet immer weniger wird. Das Thema Gesundheit soll unter dem Motto „Kornwestheim fit machen“ angegangen werden. Darunter sollen unterschiedliche Projekte für Jung und Alt geschaffen werden, die zur Gesundheit beitragen. Vorstellbar wären beispielweise gemeinsame Sportangebote oder Ernährungskurse. Eine Möglichkeit für ein modernes Arbeitskonzept wäre das Angebot von coworking spaces. Das Thema Home-Office bzw. mobiles Arbeiten gewinnt auch durch die Corona-Pandemie immer mehr an Bedeutung. In coworking spaces könnten Menschen nahe ihres Heimatortes zur Arbeit gehen, wenn sich in den eigenen vier Wänden kein Platz dafür findet. Somit können längere Fahrtwege eingespart werden und die Nutzer des Office-spaces können vom Wissen anderer profitieren. Im Rahmen dieses Angebots könnten an den Standorten auch Sport- oder Ernährungsangebote angeboten werden. Für Bürger und Bürgerinnen im Übergang zur Rente werden außerdem Angebote und Informationen gefordert, die den Wechsel aus dem Arbeitsleben in den Ruhestand erleichtern.
Der freie Tisch hat bei der Auftaktveranstaltung der Zukunftswerkstatt Kommunen all denjenigen einen Platz gegeben, die sich nicht konkret einem der anderen Themen zuordnen wollten bzw. kurzentschlossen an der Veranstaltung teilgenommen haben. In einer kleinen Runde wurden vielerlei Themen diskutiert. Spannend hierbei war die Sicht der unterschiedlichen Beteiligten: Zwei der Bürgerinnen waren erst neu in Kornwestheim zugezogen und direkt per Los zur Veranstaltung eingeladen worden. Eine weitere Beteiligte wohnt hingegen schon sehr lange in Kornwestheim und ist in vielerlei Bereichen sehr engagiert und aktiv. Dieser Mix der Beteiligten führte zu angeregten Diskussionen und neuen Ansichten auf unsere Stadt. Der frische Blick der neuzugezogenen Bürger und Bürgerinnen deckt sowohl Probleme als auch positive Seiten auf, die den alteingesessenen Bürgern und Bürgerinnen Kornwestheims gar nicht mehr bewusst auffallen. Die bedeutendsten Themen waren dabei die Barrierefreiheit in der Stadt sowie die Digitalisierung. Der Fokus liegt dabei auf den Senioren und Seniorinnen, die durch die zunehmende Digitalisierung in manchen Bereichen auf Hürden stoßen.

Nach dieser Kick-Off Veranstaltung und ersten Ideen ist der nächste Schritt die Bildung von Arbeitsgruppen. Bei spezifischen Themenabenden und Treffen der AGs wird das weitere Vorgehen besprochen und die Ideen weiterentwickelt. Dazu haben sich „Kümmerer“ aus den Gruppen gemeldet, die das Engagement aufbringen möchten und sich der Leitung einer Arbeitsgruppe annehmen.

 

Das gesamte Team der Zukunftswerkstatt „Kornwestheim im Wandel“ freut sich sehr über die rege Beteiligung am Projekt und die vielseitigen Ideen! Ebenso blicken wir erfreut auf die kommenden Veranstaltungen und Termine in denen es dann konkreter an der Zukunft unserer Stadt Kornwestheim gearbeitet wird.

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Zwischenstand aus den AGs

Die Arbeitsgruppe Integration und Teilhabe beschäftigt sich weiter intensiv mit den Planungen des Aktionstags „Wir sind Kornwestheim-Zukunft für Alle“. Dazu fand vergangene Woche erneut ein

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